Gayed Strategie

Wir haben uns entschieden, unsere bisherige Anlagestrategie um einen weiteren Baustein zu ergänzen. Neben unserer bestehenden Einzelaktienstrategie werden wir künftig eine zweite, klar davon getrennte Strategie verfolgen: eine regelbasierte ETF-Strategie, die mit gehebelten Produkten arbeitet und sich am langfristigen Trend der Märkte orientiert.

Bevor ihr jetzt denkt: Was machen die denn da – investieren mit Hebel klingt doch stark nach FOMO, können wir euch beruhigen. Die Idee dazu ist unter anderem von den Arbeiten Michael A. Gayeds inspiriert. Ein Hebel ist nicht zwangsläufig ein schlechtes Instrument für eine längere Haltedauer. Entscheidend ist vielmehr, unter welchen Bedingungen man ihn einsetzt.

Genau an diesem Punkt setzt unsere Strategie an. Wir wollen nicht versuchen, den nächsten Crash vorherzusagen oder den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen – das gelingt uns sowieso nicht. Stattdessen wollen wir den Hebel bevorzugt in Phasen einsetzen, in denen der Markt einen stabilen langfristigen Trend zeigt. Verschlechtert sich das Umfeld deutlich, reduzieren wir das Risiko und halten das betreffende Kapital auf dem Tagesgeldkonto.

Das Konzept ist damit erstaunlich überschaubar: drei Märkte, eine 200-Tage-Linie, Faktor 2 und klare Regeln für den Wechsel zwischen Investment und Cash. Gerade diese Einfachheit ist für uns ein wichtiger Bestandteil der Strategie.

Warum wir neben Einzelaktien eine zweite Strategie aufbauen

Unsere Einzelaktienstrategie bleibt der Teil unseres Depots, bei dem wir uns intensiv mit Unternehmen beschäftigen. Wir analysieren Geschäftsmodelle, Wettbewerbsvorteile, Management, Bilanzqualität, Wachstum und Bewertung. Wenn wir von einem Unternehmen überzeugt sind, wollen wir es langfristig begleiten und auch kurzfristige Schwächephasen aushalten können.

Die neue ETF-Strategie funktioniert bewusst anders. Hier wollen wir möglichst wenig prognostizieren. Wir müssen nicht wissen, welches Unternehmen im kommenden Jahr die besten Zahlen liefern wird. Uns interessiert auch nicht, ob eine bestimmte Aktie gerade günstig bewertet erscheint.

Wir betrachten stattdessen den Markt als Ganzes. Die entscheidende Frage lautet: Ist der langfristige Trend noch intakt?

Das führt zu zwei unterschiedlichen Denkweisen innerhalb unseres Depots. Bei Einzelaktien investieren wir in Unternehmen, von deren langfristiger Entwicklung wir überzeugt sind. Bei der ETF-Strategie lassen wir stärker den Markt selbst entscheiden, wann wir Risiko eingehen.

Wir sehen darin keine Konkurrenz zwischen den beiden Ansätzen. Im Gegenteil: Gerade weil sie unterschiedlich funktionieren, ergänzen sie sich aus unserer Sicht gut.

Was uns an der Idee von Gayed interessiert

Gehebelte ETFs haben einen schlechten Ruf. Das ist nachvollziehbar, denn ein Faktor-2-Produkt kann innerhalb kurzer Zeit erhebliche Verluste verursachen. Zudem wird häufig davor gewarnt, solche Produkte langfristig zu halten.

Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht.

Das Problem liegt weniger darin, dass ein gehebeltes Produkt zwangsläufig mit der Zeit wertlos wird. Viel wichtiger ist die tägliche Neugewichtung. Ein Faktor-2-Produkt bildet grundsätzlich die doppelte tägliche Bewegung seines Referenzwertes ab. Über längere Zeiträume hängt das Ergebnis deshalb stark davon ab, in welcher Reihenfolge die einzelnen Tagesrenditen auftreten.

Das lässt sich an einem einfachen Beispiel verdeutlichen. Fällt ein Index zunächst um zehn Prozent und steigt anschließend um zehn Prozent, ist er noch nicht wieder dort angekommen, wo er gestartet ist. Bei einem gehebelten Produkt fallen die täglichen Bewegungen entsprechend stärker aus. In einem Markt, der ständig kräftig steigt und fällt, können sich solche Effekte über längere Zeit erheblich bemerkbar machen.

Genau hier wird die Überlegung von Gayed interessant. Nicht jede Marktphase ist für einen Hebel gleich geeignet. Ein vergleichsweise gleichmäßiger Aufwärtstrend mit vielen positiven Handelstagen ist ein anderes Umfeld als ein volatiler Seitwärts- oder Abwärtstrend. Der Hebel selbst ist also nicht automatisch das Problem. Die entscheidende Frage ist, wann wir ihn einsetzen.

Besonders interessant sind die Ergebnisse. In seiner historischen Untersuchung kombinierte Gayed einen zweifachen Hebel auf den S&P 500 mit der 200-Tage-Linie. War der Index am Ende eines Handelstages oberhalb seines 200-Tage-Durchschnitts, blieb die Strategie investiert. Fiel der Markt darunter, wurde das Kapital aus dem gehebelten Investment herausgenommen und in Cash gehalten.

Über den untersuchten Zeitraum von 1928 bis 2020 erzielte diese Strategie laut Gayed eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 19 Prozent. Gleichzeitig lag die durchschnittliche Volatilität mit etwa 24,9 Prozent nur moderat über der des ungehebelten S&P 500.

Die 200-Tage-Linie als einfacher Marktfilter

Wir brauchen deshalb einen möglichst einfachen Weg, um unterschiedliche Marktphasen voneinander zu unterscheiden. Dafür verwenden wir die 200-Tage-Linie.

Der SMA200 ist kein Werkzeug, mit dem wir den nächsten Kursausschlag vorhersagen können. Er wird Wendepunkte immer mit einer gewissen Verzögerung erkennen. Das nehmen wir bewusst in Kauf.

Für uns erfüllt er eine andere Aufgabe. Er soll anzeigen, ob sich ein Markt langfristig in einem positiven oder negativen Trend befindet. Liegt der Tagesschluss oberhalb des Durchschnitts, gehen wir davon aus, dass das Marktumfeld grundsätzlich geeignet ist, den Hebel einzusetzen. Fällt der Schlusskurs darunter, reduzieren wir unser Engagement.

Historische Untersuchungen, wie sie auch in Gayeds Arbeiten durchgeführt wurden, zeigen, dass sich die Marktbedingungen oberhalb und unterhalb der 200-Tage-Linie deutlich unterscheiden können. Phasen oberhalb des Durchschnitts waren historisch häufig von einer niedrigeren Volatilität und besseren durchschnittlichen Renditen geprägt. Unterhalb des langfristigen Durchschnitts verschlechterte sich das Verhältnis von Rendite und Risiko dagegen deutlich.

Das ist für eine normale Aktienstrategie interessant. Für eine gehebelte Strategie ist es noch wichtiger.

Denn wenn wir den Faktor 2 einsetzen, wollen wir nicht nur wissen, ob der Markt langfristig steigt. Wir wollen möglichst in einem Umfeld investieren, in dem die Wahrscheinlichkeit für einen stabileren Aufwärtstrend höher ist.

Die 200-Tage-Linie ist für uns deshalb kein klassisches Kaufsignal, sondern ein Regimefilter.

Warum wir uns auf USA, Europa und Gold konzentrieren

Wir haben uns nach verschiedenen Überlegungen bewusst gegen ein Portfolio mit einer Vielzahl von Anlageklassen entschieden. Am Ende sind drei Märkte übrig geblieben, die wir für diese Strategie sinnvoll miteinander verbinden können: USA, Europa und Gold.

Der S&P 500 bildet unseren US-Baustein. Die Bedeutung des amerikanischen Aktienmarktes für die globalen Kapitalmärkte ist offensichtlich, gleichzeitig bietet der Index eine breite Streuung über große Unternehmen und verschiedene Branchen.

Europa bilden wir über den EURO STOXX 50 ab. Natürlich sind die USA und Europa miteinander verbunden und bewegen sich häufig in dieselbe Richtung. Trotzdem unterscheiden sich die Zusammensetzung der Unternehmen, die Branchenstruktur und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Für uns ist Europa deshalb ein eigenständiger Baustein und nicht einfach eine Wiederholung des US-Engagements.

Gold hat wiederum einen ganz anderen Charakter. Der Goldpreis hängt nicht von Unternehmensgewinnen oder Dividenden ab. Zinsen, Inflationserwartungen, Währungen, geopolitische Risiken und die Nachfrage nach einem Wertspeicher spielen eine wesentlich größere Rolle. Das macht Gold zu einer interessanten Ergänzung der beiden Aktienmärkte.

Gerne hätten wir die Strategie noch um einen Emerging-Markets-Baustein ergänzt. Leider gibt es derzeit kein für unseren Ansatz geeignetes 2×-Hebelprodukt, das die Emerging Markets breit und sinnvoll abbildet. Daher verzichten wir vorerst darauf und halten die Strategie bewusst bei den drei Märkten USA, Europa und Gold.

Jeder dieser drei Bereiche erhält zunächst ein Drittel unseres Strategiekapitals. Wir versuchen also nicht, im Voraus zu entscheiden, ob die USA, Europa oder Gold die besten Aussichten haben. Stattdessen bekommt jeder Markt die gleiche Chance – und der Trend entscheidet anschließend darüber, ob wir diese Chance tatsächlich nutzen.

So wird das Kapital gesteuert

Nehmen wir an, wir investieren insgesamt 30.000 Euro in die Strategie. Grundsätzlich entfallen dann 10.000 Euro auf jeden der drei Bereiche.

Ob diese 10.000 Euro tatsächlich investiert werden, hängt vom jeweiligen SMA200-Signal ab. Liegt der S&P 500 oberhalb seiner 200-Tage-Linie, wird das dafür vorgesehene Kapital in das entsprechende 2×-Produkt investiert. Liegt der Index darunter, bleibt das Geld auf dem Tagesgeldkonto. Dasselbe machen wir unabhängig davon mit Europa und Gold.

Das führt zu einer flexiblen Gesamtposition. Wenn alle drei Märkte einen positiven Trend zeigen, sind die gesamten 30.000 Euro investiert. Durch den Faktor 2 entspricht das vereinfacht einem Marktexposure von rund 60.000 Euro.

Wenn dagegen beispielsweise nur die USA und Europa oberhalb ihrer 200-Tage-Linien liegen, sind 20.000 Euro aktiv und 10.000 Euro liquide. Das tatsächliche Marktengagement liegt dann vereinfacht bei rund 40.000 Euro.

Fällt ein weiterer Markt unter seinen Durchschnitt, reduziert sich das Engagement entsprechend. Wir müssen dafür keine Gewichtungen neu berechnen und keine taktische Entscheidung treffen. Das System erledigt diese Anpassung automatisch über die einzelnen Signale.

Mit diesen Produkten setzen wir die Strategie um

Für die Umsetzung verwenden wir jeweils ein Produkt mit Faktor 2.

Für die USA setzen wir auf den Xtrackers S&P 500 2x Leveraged Daily Swap UCITS ETF 1C, für Europa auf den Amundi EURO STOXX 50 Daily (2x) Leveraged UCITS ETF Acc. Für Gold verwenden wir den WisdomTree Gold 2x Daily Leveraged. Beim Goldprodukt handelt es sich rechtlich um ein gehebeltes ETC und nicht um einen klassischen UCITS-ETF.

Der Faktor 2 bezieht sich jeweils auf die tägliche Entwicklung des zugrunde liegenden Marktes. Das müssen wir uns immer wieder vor Augen halten. Ein langfristiges Investment in einen 2×-ETF bedeutet nicht, dass wir am Ende einfach die doppelte Rendite des Index erhalten.

Die Produkte sind für uns deshalb nicht die eigentliche Strategie. Sie sind das Instrument, mit dem wir unsere Entscheidung technisch umsetzen. Die eigentliche Strategie besteht aus dem Zusammenspiel von Trendfilter und Hebel.

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Tagesgeld gehört zur Strategie

Wenn ein Markt unter seine 200-Tage-Linie fällt, verschwindet das betreffende Kapital nicht einfach aus unserem Anlagekonzept. Es wandert auf das Tagesgeldkonto.

Das ist bewusst so vorgesehen. Wir wollen nicht gezwungen sein, nach einem negativen Signal sofort eine neue Investmentidee finden zu müssen. Das Geld bleibt liquide und kann währenddessen Zinsen erwirtschaften. In unserem aktuellen Setup rechnen wir dabei mit einem Tagesgeldzins beim Neobroker von etwa 2,25 bis 2,50 Prozent, wobei sich die Verzinsung natürlich jederzeit ändern kann.

Noch wichtiger als die Verzinsung ist aber die Funktion als Puffer. Wir können einen Markt verlassen, ohne gleichzeitig entscheiden zu müssen, wann wir wieder einsteigen. Erst wenn der langfristige Trend wieder positiv ist, wird das Kapital erneut eingesetzt.

Das macht die Strategie psychologisch deutlich einfacher. Wir müssen nicht versuchen, einen fallenden Markt zu shorten und auch nicht den Tiefpunkt bestimmen. Manchmal besteht die richtige Entscheidung schlicht darin, abzuwarten.

Entscheidend ist der Tagesschluss

Damit wir nicht ständig unterschiedliche Interpretationen des Signals haben, ist der Zeitpunkt der Entscheidung eindeutig definiert.

Wir betrachten den Tagesschlusskurs des jeweiligen Basiswertes. Wenn der Schlusskurs oberhalb der 200-Tage-Linie liegt und wir bisher nicht investiert waren, entsteht ein Kaufsignal für den nächsten Handelstag. Wir setzen dieses Signal anschließend nach unserem festgelegten Ausführungsplan um.

Dabei lassen wir uns nicht vom ersten Kurs am nächsten Morgen verunsichern. Wenn der Markt zur Eröffnung zunächst schwächer notiert und kurzfristig wieder unter die 200-Tage-Linie fällt, bleibt das Signal vom Vorabend bestehen.

Das ist wichtig, weil wir sonst ungewollt eine zweite Ebene in die Strategie einbauen würden. Plötzlich müssten wir entscheiden, ob ein Kurs fünf Minuten oder zwei Stunden unterhalb der Linie liegen muss, bevor ein Signal wirklich zählt. Genau solche Ermessensentscheidungen wollen wir vermeiden.

Dasselbe gilt umgekehrt beim Verkauf. Ein kurzfristiger Intraday-Rutsch unter den SMA200 reicht nicht aus. Erst der definierte Tagesschluss entscheidet.

Wir wissen damit zwar nicht, ob wir am nächsten Tag den perfekten Kurs bekommen. Dafür wissen wir jederzeit, warum wir handeln.

Wie wir die Strategie beim Start aufbauen

Aktuell befinden sich der S&P 500 und der EURO STOXX 50 deutlich oberhalb ihrer jeweiligen 200-Tage-Linie, während Gold darunter notiert. Nach unseren Regeln sind damit die beiden Aktienbausteine investierbar, während der für Gold vorgesehene Kapitalanteil zunächst auf dem Tagesgeldkonto bleibt.

Da beide Aktienmärkte bereits deutlich gestiegen sind, wollen wir beim erstmaligen Aufbau trotzdem nicht das gesamte vorgesehene Kapital an einem einzigen Tag in die 2×-Produkte investieren. Wir halten uns damit nicht von unserem System fern – ein positiver SMA200 bleibt grundsätzlich ein Kaufsignal –, sondern berücksichtigen lediglich die besondere Situation beim Start.

Deshalb werden wir die beiden Positionen in S&P 500 und EURO STOXX 50 schrittweise aufbauen. Einen Teil des vorgesehenen Kapitals investieren wir zunächst, den verbleibenden Betrag führen wir über die kommenden Wochen nach. Voraussetzung bleibt dabei, dass der jeweilige Markt weiterhin oberhalb seiner 200-Tage-Linie notiert.

Damit versuchen wir nicht, den Markt zu timen oder einen vermeintlich besseren Einstiegskurs vorherzusagen. Wir reduzieren lediglich das Risiko, unmittelbar zum Start einen größeren Betrag in gehebelte Produkte zu investieren, nachdem die Märkte bereits eine starke Aufwärtsbewegung hinter sich haben.

Sobald die Aufbauphase abgeschlossen ist, gibt es für uns keine Sonderregel mehr: Dann gilt konsequent das System – oberhalb des SMA200 investieren, unterhalb des SMA200 auf Tagesgeld wechseln.

Was wir von der Strategie nicht erwarten

Die 200-Tage-Linie wird uns nicht vor jedem Crash schützen. Wenn ein Markt innerhalb weniger Tage massiv fällt, kann die Position bereits deutlich im Minus liegen, bevor ein Verkaufssignal entsteht.

Auch wird es Fehlsignale geben. Ein Markt kann unter den SMA200 fallen, wir verkaufen und kurz darauf beginnt eine kräftige Erholung. Dann steigen wir erst wieder ein, wenn ein neuer Aufwärtstrend bestätigt ist – und haben einen Teil der Erholung verpasst.

Besonders schwierig sind längere Seitwärtsphasen. Wenn ein Index immer wieder um die 200-Tage-Linie pendelt, kann die Strategie mehrfach zwischen investiert und Cash wechseln. Das kostet Geld und kann die Rendite belasten.

Diese Nachteile müssen wir akzeptieren. Denn unser Ziel ist nicht, jeden Wendepunkt zu treffen. Das können wir eh nicht. Unser Ziel ist es, die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren, über lange Zeiträume mit Faktor 2 in einem ausgeprägten Abwärtstrend investiert zu bleiben.

Natürlich könnten wir noch viele weitere Regeln einbauen. Wir könnten beispielsweise die Entfernung zur 200-Tage-Linie berücksichtigen, einen Volatilitätsfilter ergänzen oder die drei Märkte unterschiedlich gewichten.

ABER: Je komplexer eine Strategie wird, desto größer wird die Gefahr, dass sie sich zu stark an die Vergangenheit anpasst. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir irgendwann beginnen, einzelne Regeln je nach Marktsituation wieder unterschiedlich zu interpretieren. Das wollen wir vermeiden.

Wir möchten eine Strategie, die wir auch dann umsetzen können, wenn es an der Börse unangenehm wird. Wenn die Kurse fallen, die Nachrichten schlecht sind und die eigene Unsicherheit zunimmt, soll nicht plötzlich unser Bauchgefühl über den nächsten Schritt entscheiden. Die Regeln sollen uns diese Entscheidung abnehmen.

Zusammenfassung

Unsere neue ETF-Strategie basiert auf einer einfachen Überlegung: Wir wollen einen Hebel nicht permanent einsetzen, sondern möglichst in den Marktphasen, in denen die Voraussetzungen dafür günstiger sind.

Dafür verbinden wir drei Märkte – USA, Europa und Gold – mit Faktor-2-Produkten und einer gemeinsamen Grundidee: Der jeweilige Tagesschluss entscheidet darüber, ob das betreffende Drittel unseres Kapitals investiert oder auf dem Tagesgeldkonto gehalten wird.

Die Inspiration durch Gayed hat uns dabei vor allem gezeigt, dass die entscheidende Frage bei gehebelten Produkten nicht nur lautet, wie hoch der Hebel ist. Ebenso wichtig ist die Frage, unter welchen Marktbedingungen wir ihn einsetzen. Ein stabiler Aufwärtstrend ist für ein täglich gehebeltes Produkt ein anderes Umfeld als ein volatiler Abwärtstrend. Die 200-Tage-Linie bietet uns eine einfache Möglichkeit, diese beiden Situationen voneinander zu unterscheiden.

Wir erwarten keine perfekte Strategie. Es wird Fehlsignale geben, wir werden Wendepunkte verpassen und zeitweise auch Verluste hinnehmen müssen. Die 200-Tage-Linie ist kein Schutzschild gegen fallende Kurse.

Aber genau darum geht es auch nicht.

Wir wollen eine Strategie, die klare Entscheidungen ermöglicht und uns vor allem davor bewahrt, in schwierigen Marktphasen dauerhaft mit hohem Hebel investiert zu bleiben. Dabei verzichten wir bewusst auf eine Vielzahl komplizierter Indikatoren und lassen uns nicht von kurzfristigen Marktbewegungen treiben.

Künftig werden wir diese ETF-Strategie als zweite Säule neben unserer bestehenden Einzelaktienstrategie anwenden. Die Einzelaktienstrategie bleibt unser Ansatz für die gezielte Auswahl überzeugender Unternehmen. Die ETF-Strategie übernimmt dagegen eine andere Aufgabe: Sie soll uns ermöglichen, systematisch an größeren Markttrends teilzunehmen und das Risiko anzupassen, wenn sich diese Trends verändern.

Am Ende ist das vielleicht der wichtigste Punkt der gesamten Strategie: Wir müssen nicht wissen, was die Börse morgen macht. Wir müssen nur vorher festlegen, was wir tun, wenn sie es tut.

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