Hallo liebe Finanzfreunde, herzlich willkommen zum monatlichen Depot-Update für den Juni 2026. Ich hoffe, euer Anlage-Monat verlief erfolgreich, und ihr konntet trotz der stellenweise spürbaren Volatilität an den weltweiten Aktienmärkten kühlen Kopf bewahren.

Die wichtigste Nachricht vorweg: Wir wachsen weiter. Nachdem wir erst im Mai-Update die Marke von 67.000 € überspringen konnten, haben wir im Juni den nächsten Meilenstein genommen.

Der Vermögensstatus im Juni 2026

Bevor wir in die tiefgehende Analyse der Käufe, Verkäufe und Sparplan-Dynamiken einsteigen, werfen wir wie gewohnt einen Blick auf die harten Fakten der Gesamtübersicht, die ihr auch den anhängenden Grafiken entnehmen könnt:

Depot Update
Quelle: parqet
  • Gesamtwert des Portfolios: 68.572 €
  • Kursgewinn (letzte 30 Tage): +153 €
  • Erhaltener Dividendenregen (Brutto/Netto-Aktivitäten): 169,80 €
  • Realisiertes Ergebnis (GuV aus Verkäufen): -304,57 €

Das realisierte Minus von 304,57 € resultiert primär aus steuerlichen Optimierungen und dem bewussten Realisieren von Verlusten, um steuerliche Töpfe auszugleichen. Dazu gleich mehr.

Umschichtungen: Warum ich gehandelt habe

„Buy and Hold“ bedeutet nicht „Buy and Forget“. Im Juni habe ich zwei Rochaden vollzogen, von denen ich mir langfristig viel verspreche.

Der Immobilien-Exit: DEFAMA fliegt für Eli Lilly

Ich habe mich von meiner Position an der DEFAMA (Deutsche Fachmarkt AG) getrennt. Am 23. Juni floss durch den Verkauf ein Erlös von rund 1.874,52 € zurück auf das Verrechnungskonto.

Die Begründung: Das Geschäftsmodell – Fachmärkte in deutschen Kleinstädten mit bonitätsstarken Ankermietern wie Edeka, REWE oder Aldi – ist defensiv und hochgradig krisenresistent. Doch die makroökonomische Landschaft hat sich verändert. Das anhaltend hohe Zinsumfeld hinterlässt jedoch Spuren im Immobiliensektor. Die Refinanzierung von auslaufenden Krediten wird teurer. Gleichzeitig stagnieren die Immobilienbewertungen oder korrigieren nach unten, was die Expansion, das Lebenselixier kleinerer Immobiliengesellschaften, massiv ausbremst. Da Immobilienaktien aktuell fundamental unter Druck stehen und kurz- bis mittelfristig keine nennenswerte Erleichterung der Zinsfront in Sicht ist, habe ich mich dazu entschlossen, das Kapital produktiveren Sektoren zuzuführen. Mit Realty Income und Omega Healthcare habe ich zudem zwei weitere Immobilienwerte im Depot und den Sektor so mehr als ausreichend abgedeckt.

Wohin ging das Geld? Das frei gewordene Kapital wurde am selben Tag eins zu eins in einen der aktuell dynamischsten Wachstumswerte der Welt reinvestiert: Eli Lilly & Co. Für insgesamt 1.932,00 € habe ich exakt 2 Anteile zu einem Kurs von je 966,00 € erworben. Eli Lilly besitzt zusammen mit Novo Nordisk ein De-facto-Duopol im globalen Markt für Adipositas- und Diabetes-Medikamente (Stichwort „Abnehmspritze“ Mounjaro/Zepbound). Die operative Dynamik, die Margenstärke und die prall gefüllte Forschungs-Pipeline dieses Pharma-Giganten bieten eine organische Wachstumsfantasie, von der man im Immobiliensektor aktuell nur träumen kann. Statt stagnierender Mietrenditen setze ich hier auf die massive Skalierung eines globalen Megatrends.

Fokus auf Zukunftsbranchen: NVIDIA ersetzt Imperial Brands

Die zweite größere Anpassung betrifft den vollständigen Verkauf meiner Position an Imperial Brands, um das frei gewordene Kapital direkt in NVIDIA zu reinvestieren.

Die Begründung: Da ich mit Philip Morris (PM) und British American Tobacco (BAT) noch zwei weitere Tabakwerte im Portfolio halte, habe ich bereits in den vergangenen Monaten über eine Trennung von Imperial Brands nachgedacht. Im direkten Vergleich der drei Unternehmen ist Imperial Brands bei der Transformation hin zu den sogenannten Next Generation Products (risikoreduzierte Alternativen wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer) am schlechtesten aufgestellt.

Zwar hat Imperial Brands in der Vergangenheit als verlässlicher Dividendenzahler stabile Cashflows geliefert, doch sehe ich hier langfristig das geringste Potenzial für organischen Shareholder Value. Die gesamte Tabakbranche steht durch regulatorische Einschränkungen und sinkende Konsumentenzahlen im Westen kontinuierlich unter Druck. Wenn dann auch noch die Transformation zu zukunftsfähigen Alternativen so schleppend verläuft wie bei Imperial Brands, ist das Kapital für mich in einem wachstumsstarken Technologietitel wie NVIDIA besser aufgehoben.

NVIDIA bietet hier ein vollkommen anderes Wachstumsprofil. Das Unternehmen hat operativ bewiesen, dass es kein reines Hype-Thema bedient, sondern sich als der entscheidende Schlüsselspieler für die globale Rechenzentrums- und KI-Infrastruktur etabliert hat. Die immense Nachfrage nach den aktuellen Chip-Generationen schlägt sich direkt in einer extrem starken Entwicklung des Gewinns je Aktie (EPS) nieder. Gemessen an diesen enormen Wachstumsaussichten ist die Aktie auf den zweiten Blick nicht einmal übermäßig teuer bewertet (Stichwort: PEG-Ratio). Dieses fundamentale, hochprofitable Wachstum rechtfertigt für mich den Einstieg, um dem Depot neben den defensiven Werten ein dynamisches, zukunftsorientiertes Gegengewicht hinzuzufügen.

Steuerliche Optimierung bei Novo Nordisk

Am 11. Juni habe ich um 13:21 Uhr 35 Anteile von Novo Nordisk für 1.311,28 € veräußert und nur eine Minute später, um 13:22 Uhr, für 1.311,45 € wieder zurückgekauft.

Die Begründung: Hinter diesem schnellen Hin- und Her-Handel steckt ein rein steuerlicher Hintergrund (Stichwort: Gewinn- und Verlustverrechnung). Durch den gezielten Verkauf konnte ich unterjährige Kursgewinne mit dem realisierten Verlust verrechnen. Solche kleineren Depotanpassungen können ein sinnvolles Instrument sein, um die langfristige Nettorendite nach Steuern zu optimieren.

Das aktuelle Aktien-Portfolio: Die 30 Einzelwerte

Das Depot besteht weiterhin aus 30 Einzelwerten. Da die Positionen zu Beginn gleich gewichtet waren, verschieben sich die prozentualen Anteile durch die Kursentwicklungen im Laufe der Zeit von selbst. Einige Aktien entwickeln sich dynamischer, während andere hinterherhinken – das ist die normale Entwicklung in einem breit gestreuten Depot.

In der folgenden Tabelle sind alle Positionen per 26.06.2026 aufgeführt, absteigend sortiert nach ihrem aktuellen Gewicht im Depot:

AktieMarktwert (26.06.2026)Portfoliogewicht
2G Energy3.771,74 €5,50 %
Allianz3.255,20 €4,75 %
UnitedHealth3.134,41 €4,57 %
Kri-Kri2.666,70 €3,89 %
Heidelberg Materials2.575,30 €3,75 %
ASML Holding2.563,32 €3,74 %
FRoSTA2.550,60 €3,72 %
Novo Nordisk 2.527,76 €3,69 %
Visa2.431,71 €3,55 %
British American Tobacco2.405,38 €3,51 %
Amazon2.397,38 €3,50 %
Realty Income2.313,83 €3,37 %
Alphabet ‚A‘2.274,03 €3,32 %
Berkshire Hathaway ‘B’2.264,66 €3,30 %
Italmobiliare2.254,23 €3,29 %
Philip Morris2.239,98 €3,27 %
BB BIOTECH N2.198,72 €3,21 %
Omega Healthcare Invest.2.129,91 €3,11 %
Eli Lilly & Co2.125,60 €3,10 %
Rio Tinto2.048,03 €2,99 %
BlackRock2.024,04 €2,95 %
Fairfax Financial2.003,24 €2,92 %
Jumbo1.984,40 €2,89 %
Münchener Rück1.962,30 €2,86 %
Microsoft1.924,19 €2,81 %
INDUS1.901,69 €2,77 %
NVIDIA1.876,38 €2,74 %
Deutsche Telekom1.777,16 €2,59 %
CTS Eventim1.645,53 €2,40 %
Zoetis1.360,21 €1,98 %
Gesamtwert68.587,61 €100,00 %

Schwankungen einzelner Aktien gehören dazu und werden durch die anderen Werte abgefedert. Auch im Juni gab es deutliche Bewegungen in beide Richtungen.

Tops & Flops: Die Gewinner und Verlierer des Monats

Depot Update
Quelle: parqet

Die Gewinner: Griechische Konsumstärke, Energie & Pharma

Am besten lief es im vergangenen Monat für diese fünf Titel:

  • Kri-Kri Milk Industry: +20,24 %
  • ASML Holding: +13,15 %
  • UnitedHealth: +12,57 %
  • Novo Nordisk ‚B‘: +11,83 %
  • Eli Lilly & Co: +9,87 %

Der griechische Molkereibetrieb Kri-Kri überzeugt operativ weiterhin auf ganzer Linie und führt die Gewinnerliste mit über 20 % Kursplus an. Im Technologiesektor zeigte sich ASML gewohnt stark. Auch im Gesundheitsbereich gab es deutliche Zuwächse: Die beiden Diabetes- und Adipositas-Spezialisten Novo Nordisk und unser Neuzugang Eli Lilly legten kräftig zu, ebenso wie der US-Krankenversicherer UnitedHealth. Die langfristigen Treiber in diesem Sektor sind unverändert intakt.

Die Verlierer: Konsolidierungen und optische Kursabschläge

Diese fünf Werte mussten im Juni die größten Rückgänge hinnehmen:

  • INDUS Holding: -15,40 %
  • CTS Eventim: -13,45 %
  • Amazon: -10,92 %
  • Alphabet ‚A‘: -10,79 %
  • Rio Tinto: -9,82 %

Der spürbare Rückgang bei INDUS hat eine einfache Ursache: Die Aktie wurde nach der Jahreshauptversammlung ex-Dividende gehandelt. Der Abschlag ist also ein rein optischer Effekt – das Geld floss als Cashflow direkt auf unser Verrechnungskonto. Bei den großen Tech-Werten Amazon und Alphabet sehen wir nach der starken Performance der vergangenen Monate normale Gewinnmitnahmen und eine Konsolidierung im Markt. Auch die Rohstoff-Position Rio Tinto gab im Zuge der allgemeinen Marktstimmung etwas nach, was am operativen Geschäft jedoch nichts ändert.

Passiver Cashflow im Juni

Im Juni flossen insgesamt 153,40 € (netto) an Dividenden auf das Verrechnungskonto. Die Summe verteilt sich auf folgende Unternehmen:

  • INDUS Holding: +68,69 €
  • CTS Eventim: +41,53 €
  • UnitedHealth: +12,66 €
  • BlackRock: +8,81 €
  • Realty Income: +7,29 €
  • Zoetis: +6,47 €
  • Visa: +3,50 €
  • Microsoft: +3,37 €
  • Alphabet ‚A‘: +1,08 €

Vor allem die jährlichen Ausschüttungen von INDUS und CTS Eventim haben im Juni den Großteil des Cashflows ausgemacht. Die Erträge bleiben im Depot und werden direkt wieder investiert.

Rebalancing durch gezielte Nachkäufe

Da sich die Gewichtungen im Depot verschieben, steuere ich über die Käuferseite dagegen. Statt Gewinner zu verkaufen und dadurch Steuern oder Gebühren auszulösen, nutze ich die monatliche Sparrate und die eingenommenen Dividenden, um gezielt kleinere Positionen aufzustocken.

Für Anfang Juli schaue ich mir an, welche Positionen aktuell am geringsten gewichtet sind. Das frische Kapital wird wie folgt aufgeteilt:

  1. Reguläre Sparpläne (5 x 50 €): Die fünf am geringsten gewichteten, sparplanfähigen Positionen werden mit jeweils 50 € bespart (Gesamt: 250 €).
  2. Reinvestition der Dividenden (3 x 50 €): Die Ausschüttungen des Monats werden zu je 50 € in drei weitere Nachzügler investiert (Gesamt: 150 €). (Hinweis: Jumbo wäre hier von der Gewichtung her ein Kandidat gewesen, ist bei meinem Broker jedoch nicht sparplanfähig).

Teil 1: Die regulären Sparpläne in die 5 kleinsten Werte

Anfang Juli geht das frische Kapital über die Sparpläne in diese fünf Werte:

  • Zoetis (Depotanteil: 1,98 %): Die Aktie konsolidiert weiter und bleibt die kleinste Position im Depot. Da sich am Haustier- und Nutztiermarkt langfristig nichts ändert, wird die Position über den Sparplan weiter ausgebaut.
  • CTS Eventim (Depotanteil: 2,40 %): Trotz des Kursrückgangs im Juni läuft das Ticketing-Geschäft operativ rund. Der Sparplan gleicht das geringere Gewicht im Depot plangemäß aus.
  • Deutsche Telekom (Depotanteil: 2,59 %): Die T-Aktie rutscht im Ranking nach unten, weil andere Werte schneller gestiegen sind. Ich schätze das solide US-Geschäft der Tochter T-Mobile US und kaufe stetig nach.
  • NVIDIA (Depotanteil: 2,74 %): Nach dem jüngsten Neueinstieg gehört die Position rein rechnerisch noch zu den kleinsten im Depot. Über den Sparplan wird die Aktie nun direkt weiter untermauert.
  • INDUS Holding (Depotanteil: 2,77 %): Nach dem Dividendenabschlag im Juni hat die Position an relativem Gewicht verloren. Hier nutze ich den Sparplan, um die Beteiligungsgesellschaft antizyklisch aufzustocken.

Teil 2: Die Reinvestition der Dividenden

Die Dividenden aus dem Juni werden auf drei Tranchen aufgeteilt und in diese drei Nachzügler investiert:

  • Microsoft (Depotanteil: 2,81 %): Auch das Tech-Schwergewicht ist im Gesamtgefüge etwas nach unten gerutscht. Mit den 50 € aus den Dividenden wird die Position im Cloud- und Softwarebereich ausgebaut.
  • Münchener Rück (Depotanteil: 2,86 %): Nach dem Dividendenabschlag im Mai bietet das Kursniveau weiterhin eine gute Gelegenheit, über die Dividenden-Reinvestition weitere Bruchstücke aufzubauen.
  • Fairfax Financial (Depotanteil: 2,92 %): Die kanadische Finanzholding überzeugt durch eine solide Kapitalallokation des Managements und wird plangemäß verstärkt.

Fazit zum Juni-Update

Der Juni stand ganz im Zeichen strategischer Umschichtungen und der gezielten Depotpflege. Mit dem Tausch von Imperial Brands in NVIDIA und dem Wechsel von DEFAMA zu Eli Lilly wurden zwei defensive Werte durch hochprofitable Wachstumsaktien ersetzt, die gemessen an ihren Aussichten fair bewertet sind. Gleichzeitig zeigt die steuerliche Optimierung bei Novo Nordisk, wie sich mit kleinen Kniffen die Nettorendite im Hintergrund verbessern lässt.

Trotz kleinerer Marktkonsolidierungen bei den Tech-Werten bleibt das Depot durch die breite Aufteilung stabil. Die eingenommenen Dividenden fließen im Juli zusammen mit der Sparrate direkt wieder in die kleinsten Positionen, um das Rebalancing konsequent über die Käuferseite fortzuführen.

💡 Finanziell fein bleiben? Dann melde dich für unseren Newsletter an!
Jeden Monat gibts exklusive Einblicke in neue Aktienanalysen, Watchlist-Updates und wertvolle Gedanken zur selbstbestimmten Altersvorsorge – fundiert recherchiert und frei von Bullshit-Bingo.

Disclaimer

Die Inhalte dieses Artikels stellen keine Anlageberatung, keine Steuerberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Sie dienen ausschließlich Informationszwecken und spiegeln die persönliche Meinung der Autoren wider. Jede Investition in Wertpapiere ist mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Vor jeder Anlageentscheidung sollte eine eigenständige Recherche erfolgen, ggf. unter Hinzuziehung eines unabhängigen Finanzberaters oder Steuerberaters.

Alle im Artikel enthaltenen Links sind keine Affiliate-Links. Es erfolgt weder eine Vergütung noch eine ausdrückliche Empfehlung für die verlinkten Seiten; ihre Nennung dient ausschließlich als Hinweis auf Quellen und Werkzeuge, die wir selbst nutzen.

Kommentar verfassen

Willkommen bei Finanziell Fein – meinem privaten Blog über Aktien, Dividenden und den Weg zur finanziellen Unabhängigkeit.

Hier findest du keine Werbung, keine Affiliate-Links und keine Verkaufsversprechen – nur ehrliche Einblicke in meine eigenen Erfahrungen, Strategien und Gedanken rund ums langfristige Investieren. Wenn du deine Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen möchtest und Wert auf fundierte Informationen ohne kommerziellen Hintergedanken legst, bist du hier genau richtig.

Let’s connect
Aktienanalysen finden
Verpasse keine Beiträge mehr

Trage dich in meinen E-Mail Verteiler ein und du wirst automatisch benachrichtigt, sobald ein neuer Artikel erscheint. Keine Werbung und kein SPAM, versprochen :-)

Bekannt aus

Entdecke mehr von Freie Finanzen - Feines Leben

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen